Brand - Heuballenmiete, Waldbrunn, 13.04.2026
Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass sich dieser Einsatz hinsichtlich Personalaufwand und Dauer zu einem der größten in der Geschichte der Waldbrunner Feuerwehr entwickeln würde.
Bereits beim Ausrücken des ersten Fahrzeugs um 22:07 Uhr waren ein deutlicher Feuerschein sowie eine starke Rauchentwicklung sichtbar. Beim Eintreffen bestätigte sich das Lagebild: Auf einer Freifläche standen rund 170 Heuballen in Vollbrand.
Der Einsatzleiter erhöhte daraufhin wenige Minuten nach Eintreffen das Alarmstichwort auf Brand 3. Infolge dessen sowie durch die Nachforderung weiterer Einsatzmittel wurden zeitnah die Nachbarfeuerwehren aus Eisingen, Kist und Mädelhofen zur Unterstützung alarmiert.
Die nachalarmierten Kräfte unterstützten von Beginn an die Löscharbeiten, insbesondere durch Atemschutzgeräteträger, Löschwasser aus den Fahrzeugtanks sowie beim Aufbau von zwei Wasserförderstrecken - vom nächstgelegenen Hydranten an der Haselberghalle sowie vom Löschwasserreservoir an der Mehle. Zusätzlich wurde ein Pendelverkehr zur Sicherstellung der Wasserversorgung eingerichtet und aufrechterhalten.
Im weiteren Einsatzverlauf wurden das THW Würzburg sowie das THW Ochsenfurt mit je einem Radlader angefordert, um die Heuballen auseinanderzuziehen, abzutransportieren und gezielt ablöschen zu können.
Zur Gewährleistung eines koordinierten Einsatzablaufs wurde die Einsatzstelle frühzeitig in mehrere Einsatzabschnitte unterteilt. Unser MZF übernahm dabei die Funktion der rückwärtigen Einsatzleitung und wurde im Verlauf durch weitere Abschnittsführungsstellen unterstützt.
Die starke Rauchentwicklung stellte eine besondere Herausforderung dar. Aufgrund der Wetterlage konnte der Rauch nicht abziehen und sammelte sich im Ortsgebiet. Aus diesem Grund wurde die Bevölkerung von Waldbrunn ab 23:30 Uhr mittels mobiler Sirene und Sprachdurchsagen gewarnt und dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Im weiteren Verlauf wurden die Feuerwehren Waldbüttelbrunn, Hettstadt und Höchberg zur Unterstützung mit zusätzlichen Atemschutzgeräteträgern nachalarmiert. Die Feuerwehr Höchberg unterstützte zudem mit ihrem Schlauchwagen SW2000 beim Aufbau einer langen Schlauchstrecke.
Aufgrund der absehbaren Einsatzdauer wurde die SEG-Betreuung des BRK Würzburg angefordert, um die Einsatzkräfte mit Getränken und Snacks zu versorgen. Im weiteren Verlauf stellte die SEG auch mehrfach warme Verpflegung bereit. Am frühen Morgen wurde die SEG Würzburg durch das BRK Kitzingen abgelöst.
Ein herzliches Dankeschön gilt an dieser Stelle allen eingesetzten Kräften der SEG für die hervorragende Versorgung während der Nacht und in den frühen Morgenstunden.
Da der Einsatz sehr kräftezehrend war, wurden die Einsatzkräfte im Verlauf mehrfach abgelöst. Hierzu wurde der überörtliche Löschzug des Landkreises Würzburg Nord/Ost, bestehend aus den Feuerwehren Rimpar, Estenfeld, Gerbrunn und Güntersleben, angefordert. Dieser löste gegen 03:00 Uhr gemeinsam mit der Feuerwehr Oberaltertheim einen größeren Teil der bereits seit vielen Stunden eingesetzten Kräfte ab.
Gegen 06:30 Uhr erfolgte eine weitere Ablösung durch Kräfte aus den Feuerwehren Zell, Margetshöchheim und Neubrunn. Zu diesem Zeitpunkt konnte aufgrund des zwischenzeitlich erreichten Löscherfolgs die Anzahl der eingesetzten Kräfte reduziert werden.
Am späten Vormittag konnte schließlich „Feuer aus - Nachlöscharbeiten“ an die Leitstelle gemeldet werden.
Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis in den Dienstagnachmittag hinein. Einzelne Heuballen flammten aufgrund verbliebener Glutnester im Inneren immer wieder auf. Mithilfe eines Traktors wurden die Ballen weiter auseinandergezogen und gezielt abgelöscht. Ein ortsansässiger Jagdpächter unterstützte dabei unkompliziert mit einer Drohne samt Wärmebildkamera bei der Lokalisierung noch heißer Ballen.
Um sicherzustellen, dass keine Glutnester mehr vorhanden waren, wurden die verbliebenen Heuballen mit einer Heumesssonde auf erhöhte Kerntemperaturen überprüft. Auffällige Ballen wurden geöffnet und vollständig abgelöscht.
Insgesamt waren rund 170 Feuerwehrkräfte sowie über 40 eingesetzte Atemschutzgeräte im Einsatz. Gemeinsam mit Rettungsdienst, SEG des BRK, THW und Polizei waren weit über 200 Einsatzkräfte beteiligt.
Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen beteiligten Organisationen für die hervorragende Zusammenarbeit und die großartige Unterstützung!
| Einsatzart | Brand |
|---|---|
| Einsatzstart | 13. April 2026 22:04 |
| Fahrzeuge | TLF3000 Staffel |
| HLF20 | |
| GW-L1 | |
| MZF | |
| MTW | |
| Alarmierte Einheiten | FF Waldbrunn, FF Mädelhofen, FF Eisingen, FF Waldbüttelbrunn, FF Kist, FF Hettstadt, Rettungsdienst, Polizei, Einsatzleiter Rettungsdienst, Kreisbrandmeister Landkreis Würzburg (B-Dienst), Kreisbrandinspektor Landkreis Würzburg (C-Dienst), FF Roßbrunn, FF Neubrunn, FF Oberaltertheim, FF Höchberg, Fachberater THW, Bauhof Waldbrunn, Atemschutzzentrum Klingholz, THW, FF Margetshöchheim, FF Zell am Main, FF Gerbrunn, Löschzug Lkr. Würzburg: Nord / Ost 1, FF Rimpar, FF Estenfeld, FF Güntersleben |
| Alarmierungsart | Vollalarm: Funkmeldeempfänger, Alarm-APP |